HAURATON GmbH & Co. KG
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1. Platz für SPORTFIX®CLEAN | Umwelttechnikpreis 2019

HAURATON hat mit der Filterrinne SPORTFIX CLEAN den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg 2019 in der Kategorie Emissionsminderung, Aufbereitung & Abtrennung gewonnen. "Als Spezialist für Entwässerungssysteme ist es uns wichtig, einen Beitrag für eine saubere Umwelt zu leisten und uns für Forschung und Entwicklung stark zu machen. Die Auszeichnung freut uns riesig und spornt uns an, weitere Ideen für neue Umwelttechnologien zu verfolgen", so HAURATON Geschäftsführer Marcus Reuter. 

 

SPORTFIX®CLEAN - System filtert Mikroplastik aus Kunstrasen

 

 
Mikroplastik wird vom Meer an die Strände gespültzoom

1. Was ist Mikroplastik?

Unter Mikroplastik werden Plastikpartikel verstanden, die fünf Millimeter und kleiner sind. Oftmals sind die Teilchen so winzig, dass sie für das menschliche Auge kaum zu erkennen sind. Daher wird in den Medien auch häufig die Beschreibung „unsichtbares Mikroplastik“ verwendet. 

1.1 Herkunft und Verbreitung von Mikroplastik

Bei Mikroplastik denken viele zunächst an Mikroplastik in Kosmetik, u.a.

  • Peeling
  • Duschgel 
  • Shampoo 

Die größten Verschmutzer sind vielen gar nicht bekannt: Der Abrieb von Milliarden Reifen im Straßenverkehr und vor allem die unzähligen Sportplätze aus Kunstrasen sind eine der größten Quellen von Mikroplastik in unseren Weltmeeren. 

 

1.2 Gefahren: Mikroplastik schadet der Umwelt und unserer Gesundheit

Mikroplastik ist heutzutage in allen Bereichen der Umwelt nachweisbar:

  • in Ozeanen
  • in Böden
  • in Flüssen 
  • im Grundwasser
  • sogar in Trink- und Mineralwasser

Mikroplastik ist nur schwer abbaubar. In der Umwelt unterliegen die winzigen Plastikpartikel weiteren Fragmentierungen, wodurch sie auch moderne Trinkwasseranlagen passieren können. Diese Partikel funktionieren oftmals als Träger von Schadstoffen, wie Krankheitserregern oder Schwermetallen. Sie kommen über das Abwasser in die Umwelt - durch Flüsse in die Weltmeere und gelangen so über Kleinlebewesen in unseren Nahrungskreislauf und damit als Ablagerung in unseren Körper. Die gesundheitlichen Folgen von Mikroplastik für den menschlichen Organismus sind noch nicht abschätzbar. Das Vermeiden bzw. Rückhalten von Mikroplastik aus allen Quellen ist als effizienteste Maßnahme daher zwingend erforderlich. 

 

2. Meeresverschmutzung durch Plastik und Mikroplastik

Dieses Bild kennen Sie bestimmt: Touristen schlendern an einem weißen, feinen Sandstrand entlang, die Blicke verlieren sich im türkisfarbenen, kristallklaren Wasser. Zumindest an der Oberfläche, kurz darunter finden sich bereits Berge voller Plastikmüll und Mikroplastik-Teilchen.


Diese Umweltverschmutzung zerstört die Urlaubsstimmung und folgende Gedanken kommen auf:

  • Wie kommt der Plastikmüll ins Meer?
  • Wie kommt Mikroplastik in unsere Nahrungskette?

Zwei greifbare Beispiele auf diese Fragen:

  • Mikropartikel, die durch den Abrieb von Autoreifen auf die Straßen gelangen und durch Regen in die Natur abgeleitet werden, gelangen über die Abwassersysteme in Flüsse und ins Meer. 

  • Oder bislang weniger bekannt:
  • Mikroplastik-Granulat von Kunstrasenplätzen wird über Niederschlag, Wind und Abrieb durch die (Nutzung) Sportler in die Kanalisation gespült und gelangt auf diesem Wege in die Gewässer und schließlich in die Ozeane der ganzen Welt. 

 

2.1 Folgen von Plastik in den Weltmeeren

Meeresverschmutzung durch Berge von Plastikmüll und Mikroplastik-Teilchenzoom
 

Wieso bedrohen Kunststoffe zunehmend die Meeresökosysteme? Forschungen der letzten Jahre beweisen, dass Mikroplastik-Teile und Plastikmüll in den Ozeanen gefährliche Müllstrudel, bzw. riesige Müllteppiche, erzeugen. 

Hier einige Szenarien und Folgen: 

  • Mikroplastik gelangt in die Nahrungskette: Plankton nimmt es auf, Fische fressen das Plankton oder Mikroplastik und der Fisch landet auf unseren Tellern.
  • Tausenden von Lebewesen, wie Schildkröten, Wale und Delfine verfangen sich im Plastikmüll, wie alten Fischernetzen und verletzten sich oftmals bei verzweifelten Befreiungsversuchen. 
  • Fische und viele weitere Tierarten nehmen Kunststoffabfälle auf, was zur Folge hat, dass das Mikroplastik den Verdauungstrakt der Tiere blockiert. 
  • In unserem Leitungs- und Mineralwasser steigt ebenfalls die Anzahl der Mikroplastikpartikel, wir nehmen es bereits heute täglich auf.
  • Die Folgen für die Gesundheit sind auf Basis des heutigen Wissensstands nicht absehbar.

 
 
Verfüllter Kunstrasenplatz mit Granulat aus Mikroplastikzoom

3. Mikroplastik in Kunstrasen

250 bis 300 kg: So groß ist die Menge an Mikroplastik, die jedes Jahr bei einem modernen Kunstrasenplatz ausgetragen wird. Aktuell gelangen mehrere Tonnen von Mikroplastik durch den Einsatz von Kunstrasen in unsere Umwelt – sofern die Partikel zuvor nicht herausgefiltert und zurückgehalten wurden.


3.1 Gründe für die Nutzung von Kunstrasenplätzen

Weltweit wird im Sportplatzbau immer mehr auf Kunstrasenplätze gesetzt, denn die synthetischen Beläge

  • sind robust und witterungsbeständig
  • erfordern weniger Pflege
  • benötigen keine Düngung oder Beregnung 
  • bieten hohe Qualitätsstandards für die Sicherheit der Sportler, sehr gutes Ballrollverhalten und
  • ermöglichen eine hohe Nutzungsdauer von 1.700 Stunden pro Jahr (gegenüber 400 – 800 Stunden bei Naturrasen) und eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren.
 

3.2 Die Problematik: Kunststoff-Granulat & synthetische Grashalme gelangen in die Umwelt

Kunstrasenflächen sind umweltschädlich und Gesundheitsrisiken für Tier und Mensch? Nein, denn nicht der Kunstrasen selbst ist das Problem. Belastungen für die Umwelt sind:

  1. Das für die Füllung mehrheitlich verwendete Kunststoff-Granulat (auch EPDM-Granulat und Infill-Material genannt)
  2. Die synthetischen Grasfasern, die beim Spielbetrieb abbrechen, da sie wiederkehrenden Belastungen ausgesetzt sind

Über Niederschläge, künstliche Bewässerung, Pflegemaßnahmen oder einfach aufgrund der Nutzung durch die Sportler gelangen Mikroplastikpartikel aus Granulat und Grashalmen letztendlich fragmentiert in den Nahrungskreislauf.

 

3.3 Der Aufbau von verfüllten Kunstrasen bei Fußball, Hockey und Rugby-Plätzen

Austragung Mikroplastik Kunstrasen in Karlsruhezoom

Bei Kunstrasenplätzen wird zwischen zwei verschiedenen Varianten unterschieden: unverfüllter Kunstrasen und der mehrheitlich verwendete verfüllte Kunstrasen. Die meisten Kunstrasenplätze bestehen aus mehreren Schichten: Drainagebelag, darüber eine Elastikschicht, gefolgt von langen Kunstfasern, die von einer Gummigranulat-Füllung stabilisiert werden. Dieses spezielle Gummigranulat sorgt auf dem Rasen für die notwendige Dämpfung und die gewünschten Spieleigenschaften. Auf Grund von Witterung, Wind, Regenabfluss und durch den mechanischen Abrieb bei hohen Trittbelastungen während des Sportbetriebs – insbesondere bei Fußball oder Rugby – lösen sich winzige Partikel und es brechen auch Kunststoff-Grashalme ab. Daraus ergibt sich im Verlauf eines Jahres die Austragsmenge von 250 bis 300 kg Mikroplastik pro Spielfeld, die ungefiltert in die Umwelt gelangt.

Wenn Sie schon einmal auf einem Kunstrasenplatz Sport gemacht haben, kennen Sie das Problem bestimmt: die kleinen Plastikteilchen sammeln sich selbst in Sportkleidung und Schuhen. Unter Beachtung aller relevanten Aspekte (Inhaltsstoffe, Recyclingfähigkeit und Austragungsverhalten bei Mikroplastik) können Kunstrasen nicht per se als umweltschädlich bezeichnet werden, wenn entsprechende Filterlösungen eingesetzt werden. Das Problem kann also durch die folgenden Lösungsansätze minimiert werden.


 

3.4 Kunstrasen Alternativen ohne Mikroplastik

Würden alternative Materialien als Füllung für den Kunstrasen verwendet werden, könnte die Verschmutzung vermieden werden. Einige Kunstrasensysteme werden mehrheitlich mit Naturstoffen, wie Quarzsand, Kork und Kalk und nur zu kleinen Teilen mit Kunststoff-Granulat verfüllt. Hier wird folglich weniger schädliches Infill-Material verwendet - eine 100 % Lösung ohne Mikroplastik ist dies allerdings nicht. Selbst bei Verwendung alternativer Füllmaterialien oder unverfülltem Kunstrasen bleibt die Problematik des Halmabriebs bestehen. Außerdem besteht bei diesen Alternativen oftmals das Risiko möglicher Schimmelbildung durch den Einsatz der organischen Naturstoffe in einem dauerhaft feuchten Umfeld.


 

4. SPORTFIX®CLEAN Filtersystem: Oberflächenfiltration hält kleinste Mikropartikel zurück

HAURATON hat für das Filtern und Zurückhalten von Mikroplastikpartikel eine sichere und wirkungsvolle Lösung: Im Entwässerungssystem und Rinnenfilter SPORTFIX CLEAN werden durch das natürliche Filtersubstrat Carbotec 60 Partikel mit kleinsten Korngrößen von bis zu 0,45 µm (0,00045 mm) zuverlässig herausgefiltert. Das Filtersubstrat wird aus gebrochenen Steinen hergestellt. SPORTFIX CLEAN ist eine wichtige Maßnahme, um Mikroplastik in den Gewässern und Meeren zu verringern. Mit einer regelkonformen Dimensionierung werden Rückhalteleistungen von über 98 % erreicht.

4.1 Filtersubstratrinne SPORTFIX®CLEAN zur Niederschlagswasserbehandlung von Kunstrasenplätzen

Die drei wichtigsten Funktionen der SPORTFIX CLEAN:

  • Sichere Linienentwässerung umlaufend der Kunstrasenfläche
  • Große Filterfläche zur Aufnahme von Partikelfrachten (10 m² pro 100 Meter Rinnenstrang, je nach Bauweise des Sportplatzes summiert sich die Filterfläche auf 30 - 40 m²)
  • Dauerhaftes Zurückhalten und Filtern partikulärer Schadstoffe
Austragung Mikroplastik Granulat von einem Kunstrasenplatz in Karlsruhe
 

Nicht nur vom Spielfeld abfließendes und mit Mikroplastik belastetes Oberflächenwasser, sondern auch größere, während des Spielbetriebs zum Feldrand transportierte Mikroplastikteile werden entlang des Platzes sicher erfasst. Im Rinnenstrang wird das Wasser gesammelt und abgeleitet. Währenddessen wird es durch den Rinnenfilter geführt und gefiltert.

Das System funktioniert auch bei Starkregenereignissen und ist trockenfallend. Das bedeutet, dass der Rinnenfilter nicht im Dauereinstau mit Wasser gefüllt ist und so die Rücklösung von Schadstoffen und das Verkeimen verhindert wird. Das durch SPORTFIX CLEAN gereinigte Wasser kann zur Bewässerung von Spiel- oder Grünflächen verwendet werden, wodurch sich Trinkwasser einsparen lässt.


4.2 Die Funktionsweise der Entwässerungslösung

Zwei bewährte Systeme werden kombiniert: SPORTFIX PRO mit GUGI-Kunststoff-Gitterrost und die Filtersubstratrinne DRAINFIX CLEAN. Die Kunststoffabdeckung vermindert das Verletzungsrisiko der Sportler. 

93 % der Regenereignisse werden über die Entwässerungsrinne SPORTFIX CLEAN abgefangen. Die restlichen 7 % werden über einen Sammel- und Überlaufschacht im Einlaufkasten abgeführt. Im Einlaufkasten befindet sich ein spezieller Partikelfangeimer, welcher mit Geotextil ausgekleidet ist. Dadurch wir das Wasser, das bei Starkregenereignissen ungefiltert in den Einlaufkasten gelangt, ebenfalls gereinigt.


Der Rinnenfilter der SPORTFIX CLEAN funktioniert nach dem Prinzip der Oberflächenfiltration: An der Filteroberfläche werden nicht nur kleinste Kunststoffteilchen (>0,45μm) zurückgehalten, sondern auch im Niederschlagswasser enthaltene Schmutzstoffe (mineralische Stoffe, wie Sand- und Tonteilchen und organische Bestandteile wie Laub, Pollen und Gräser). Außerdem werden Schadstoffe wie Schwermetalle oder Kohlenwasser- und Mineralölkohlenwasserstoffe herausgefiltert. 

Zusätzlich zur Filterrinne umlaufend zum Spielfeldrand können weitere Systeme zum Auffangen der Mikroplastik-Teilchen eingebaut werden. Beispielsweise kann ein Sammelplatz für abgeschobenen Schnee mit dem Filtersystem ausgestattet werden. Eine weitere Lösung bietet die Möglichkeit, das von der Kleidung und den Schuhen der Sportler ausgetragene Mikroplastik zurückzuhalten. 

SPORTFIX CLEAN filtert Mikroplastik aus Kunstrasenplätzenzoom
SPORTFIX CLEAN filtert Mikroplastik aus Kunstrasenplätzen
Das Filtersystem SPORTFIX CLEAN an eine Zisterne angeschlossenzoom
Das Filtersystem SPORTFIX CLEAN an eine Zisterne angeschlossen
 

4.3 Geringe Mehrkosten und große Wartungsintervalle als Sicherheit für Betreiber & Vereine

Da die Filtration im System mit der Linienentwässerung kombiniert wird, verursacht sie nur geringe Mehrkosten. Das HAURATON Filtersystem SPORTFIX CLEAN kostet ca. zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Hinzu kommen noch Kosten für den Einbau, der zum Beispiel von Vereinen auch selbst übernommen werden kann. 

Das System arbeitet nachweisbar über lange Zeiträume zuverlässig. Die Wartungsintervalle liegen weit auseinander und die Reinigung des Filters ist einfach: Nach vielen Jahren der Nutzung bildet sich an der Filteroberfläche ein sogenannter Filterkuchen. Dieser wird bei einer Wartung alle drei bis fünf Jahre abgeschält und lediglich das entfernte Filtersubstrat wird wieder aufgefüllt. 


4.4 Einsatzgebiete des Systems

Ob Fußball-, Hockey oder Rugbyplatz – wo Kunstrasensportanlagen auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen, sind in der Regel auch Entwässerungssysteme nötig. Nicht nur vom Spielfeld abfließendes und mit Mikroplastik belastetes Oberflächenwasser, sondern auch durch Abrieb und Wind transportierte Mikroplastikteile werden entlang des Platzes sicher erfasst. Im Rinnenstrang wird das Wasser gesammelt und abgeleitet. Das HAURATON Filtersystem kann auch in bestehenden Anlagen nachträglich eingebaut werden.

Fabian Reuter, Ideengeber und Initiator des Produktsortiments, unterstreicht: „Für Betreiber ist damit eine längerfristige Investitionssicherheit gewährleistet. Selbst beim Austausch des Kunstrasenbelages kann das Filterrinnensystem erhalten und weiterverwendet werden, gleichgültig welche Kunstrasenart zum Einsatz kommt.“

 
 

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